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Ganztagsunterricht - Was bedeutet das?

Im Gegensatz zu den Förder- und Betreuungsangeboten der offenen Ganztagsschule, die meist jahrgangsübergreifend im Anschluss an den regulären Klassenunterricht gruppenweise organisiert werden, wird die gebundene Ganztagsschule, so wie sie an der MSA angeboten wird, in einem festen Klassenverband organisiert, um eine stärkere individuelle Förderung der kognitiven Entwicklung und der sozialen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen.

Unter gebundener Ganztagsschule (Ganztagsklasse) wird verstanden, dass,

  • ein durchgehend strukturierter Aufenthalt in der Schule an mindestens 4 Wochentagen von täglich mehr als 7 Zeitstunden verpflichtend ist,
  • die vormittäglichen und nachmittäglichen Aktivitäten der Schüler in einem konzeptionellen Zusammenhang stehen und
  • der Unterricht in einer Ganztagsklasse erteilt wird.

Der Pflichtunterricht ist auf Vormittag und Nachmittag verteilt. Über den ganzen Tag hinweg wechseln Unterrichtsstunden mit Übungs- und Studierzeiten und sportlichen, musischen und künstlerisch orientierten Fördermaßnahmen. Es werden auch Freizeitaktivitäten angeboten.

Gebundene Ganztagsschulen unterbreiten zusätzliche unterrichtliche Angebote und Fördermaßnahmen, u. a.:

  • mehr Unterrichtsstunden, z. B. in Deutsch, Mathematik, Englisch (je nach Konzept der Schule)
  • Unterrichtsstunden für interkulturelles Lernen bzw. sprachliche Integration
  • mehr Lern- und Übungszeiten für Schülerinnen und Schüler mit Lerndefiziten oder besonderen Begabungen
  • Hausaufgabenhilfen
  • Projekte zur Gewaltprävention, Freizeitgestaltung, Berufsorientierung

In der gebundenen Ganztagsschule werden überwiegend Lehrkräfte und Förderlehrkräfte eingesetzt, aber auch externe Honorarkräfte, etwa für die Betreuungen der Mittagszeit sowie für Freizeitgestaltung, Berufsorientierung etc..

Ganztägig die Schule zu besuchen, ist zunächst einmal in erster Linie für die Schüler eine Umstellung, wird damit doch die bisher gewohnte Aufteilung in Schule am Vormittag und weitgehend selbst bestimmte Zeit am Nachmittag aufgegeben. Sicherlich müssen "Ganztagsschüler" auch bestimmte Grundvoraussetzungen mitbringen wie

  • die Bereitschaft und Fähigkeit, zu einem positiven sozialen Miteinander in der Klassengemeinschaft beizutragen, sowie
  • das Ausdauervermögen, das auch ein rhythmisierter Ganztag in der Schule ihnen abverlangt.

Dafür bietet ihnen die Ganztagsschule aber auch eine ganze Reihe an Vorteilen:

  • mehr Zeit zum Üben und Lernen in der Gruppe
  • vielfältige Angebote von Freizeitaktivitäten in der Gemeinschaft
  • die Erfahrung von Schule nicht nur als Lern-, sondern auch als Lebensraum.

Gerade vor dem Hintergrund der Zunahme von Ein-Kind-Familien, der stärkeren Individualisierung von Kindheit und Jugend durch Medienkonsum und durch den Rückgang nachbarschaftlicher Kontakte gewinnen Kinder und Jugendliche durch Ganztagsschulen wieder einen Raum, der ihnen hilft, stabile Kontakte zu Gleichaltrigen aufzubauen.

Viele Schüler empfinden es nach einer gewissen Eingewöhnungsphase als großen Vorteil, dass von Montag bis Donnerstag nach der Schule keine Hausaufgaben mehr erledigt werden müssen. Diese werden nur am Wochenende Aufgegeben. Unter der Woche werden alle Lern- und Übungsarbeiten in der Lern- und Studierzeit erledigt.

 

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